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Saison nach Trümmerbruch vorzeitig beendet

Der Assen TT Circuit in Holland sollte sich als kein gutes Pflaster für mich herausstellen. Nach einer bisher positiven Saison fühlte ich mich sehr gut und freute mich auf das Event. Im ersten freien Training fand ich schnell in einen guten Rhythmus. Leider aber hatte ich schon in Runde 5 einen massiven Highsider bei hoher Geschwindigkeit. Ich schlug hart auf den Boden auf und bemerkte sofort, dass etwas mit meinem Bein nicht in Ordnung war. 

 

Ich wurde ins Krankenhaus nach Assen eingeliefert, wo später drei Brüche am Schien- und Wadenbein über dem Sprunggelenk festgestellt wurden. Da ein Bruch verschoben und der andere zertrümmert war, wurde ich noch am selben Tag operiert. Es wurden eine Platte und mehrer Schrauben eingesetzt. Die OP ist gut verlaufen und Anfang der Woche durfte ich die Heimreise nach Deutschland antreten.

 

Es tut mir unendlich leid für mein gesamtes Team GERT56. Nachdem Toni Finsterbusch verletzungsbedingt seit dem Schleizer Dreieck fehlt, muss das Team nun auch auf seinen zweiten Fahrer in der Superbike verzichten. Wir hatten eine tolle Saison mit bisher 4 Podiumsplatzierungen. Ich lag auf Platz 3 der IDM Gesamtwertung und unser Ziel, diesen auch bis zum Schluss zu verteidigen, können wir nun nicht mehr verfolgen.

 

Vielen Dank an alle Helfer an der Strecke sowie dem medizinischen Personal im Klinikum von Assen. Danke auch an meine Ausrüster für Schutzkleidung: Damen Motorkleding, HJC Helmets und Frey Daytona. Durch euch wurden schwerere Schäden vermieden. Danke an mein Team Gert56, dass immer hinter mir steht sowie an alle Sponsoren und Unterstützer, die mich in diesem Jahr begleitet haben.

Ich lege nun den vollen Fokus auf meine Genesung und werde alles dafür tun, stärker wieder zurückzukommen. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, aber die Ärzte sind guter Dinge!

 

Danke und bis bald

Julian #19


Doppel-Podium bei dem Saisonhighlight vor der Haustüre!

Das große Saisonhighlight der IDM auf dem Schleizer Dreieck liegt nun hinter uns. Mit über 30.000 Zuschauern und einer grandiosen Atmosphäre schreibt die älteste Naturrennstrecke Deutschlands Jahr für Jahr seine Geschichte. Es ist jedes Mal eine besondere Ehre für mich, als Schleizer bei diesem Rennen an den Start zu gehen!

 

Die freien Trainings am Freitag waren von technischen Problemen überschattet. Ein Fehler in der Elektronik, der sich nicht erkenntlich gezeigt hat. Mein Team GERT56 arbeitete bis in die Nacht hinein, um das Problem zu beheben. Mit Erfolg! Pünktlich zum Zeittraining am Samstag lief alles Perfekt und ich konnte mich mit meiner bisher schnellsten Rundenzeit auf dem Dreieck für den 4. Startplatz qualifizieren. Eine super Ausgangslage für den anstehenden Rennsonntag!

 

Zum Renntag stieg die Aufregung ins Unermessliche. Ich erwischte einen super Start ins erste Rennen und setzte mich auf Platz 3. Gleich zu Beginn konnte ich einen kleinen Vorsprung zu meinen Verfolgern heraus fahren. Zu Rennmitte spürte ich, dass der Grip am Hinterrad nachließ und ich ging durch einen Highsider beinahe zu Boden. Das ließ meine Verfolger wieder aufholen und ich kämpfte bis zum Schluss in einer dreier Gruppe um den letzten Podestplatz. In der letzten Runde berührten sich die anderen beiden Kontrahenten und gingen unsanft zu Boden. Darunter auch mein Teamkollege Toni Finsterbusch. Somit stieg ich mit dem 3. Platz in der Tasche auf das Treppchen. Da sich aber meine beiden Kontrahenten verletzten, war die Stimmung gedämpft. Zum Glück gab es ziemlich schnell Entwarnung zum Gesundheitszustand der Beiden und ich konnte "beruhigt" in das nächste Rennen gehen.

 

Im zweiten Rennen startete ich durch das "Reverse-Grid" von Startplatz 7. Erneut erwischte ich einen Granaten-Start und bog als zweiter in die erste Kurve ein. Nach dem ersten Drittel des Rennens lag ich erneut auf Platz 3 und hatte eine Verfolgergruppe im Nacken. Es waren anstrengende 18 Rennrunden. Mit konstanten Rundenzeiten gelang es mir aber, einen kleinen Vorsprung heraus zu fahren und erneut aufs Podium zu klettern. Die Stimmung der Fans war atemberaubend! Für mich geht ein kleiner Traum in Erfüllung. Endlich wieder ein Podium vor heimischer Kulisse! Durch diese beiden dritten Plätze ging es für mich auch in der Gesamtwertung auf Platz 3 nach vorne.

 

Vielen Dank an das gesamte Team für den super Job! Danke auch an alle Fans, Zuschauer und Gäste fürs Daumendrücken. Schleiz ist der Hammer! Es ist ein absolutes Gänsehaut-Erlebnis, wie der Motorsport auf dem Schleizer Dreieck gefeiert wird. Zu guter Letzt wünsche ich meinem Teamkollegen und Freund Toni Finsterbusch eine baldige und schnelle Genesung. Hoffentlich rollen wir so früh wie möglich wieder gemeinsam aus der GERT56 Box.

 

Bis bald

Julian #19