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Endurance-WM-Sieg beim legendären Bol d´Or in Frankreich

Sofort nach dem IDM Event in Assen ging die Reise per Flugzeug weiter nach Marseille. Ein Stunde von der schönen Hafenstadt befindet sich in Le Castellet der Paul Ricard Circuit. Die Rennstrecke gehört dem Formel 1 Chef Bernie Ecclestone und genau so sieht die Anlage auch aus. Atemberaubend! Mein zweites 24 Stunden Endurance WM Rennen in diesem Jahr stand an. Zusammen mit meinen Teamkollegen Stefan Kerschbaumer und Flip Altendorfer stellten wir ein schlagkräftiges Fahrer-Trio. Auch unser Team G.E.R.T #56 ließ keine Schraube an der BMW S1000 RR unberührt und holte das Maximum aus dem Reglement heraus. Dienstag begannen die ersten Freien Trainings und ich lernte die Strecke kennen. Nachdem Mittwoch nur Technische Abnahme und Riders-Briefing auf dem Plan standen, hatten wir genügend Zeit um erste Auswertungen zu tätigen. Donnerstag wurde es schon langsam ernst. Nach einem weiteren zwei stündigen Freien Training stand das erste Zeittraining auf dem Zeitplan. Jeder der drei Fahrer im Team fährt in einer eigenen Gruppe. Aus den Zeiten aller drei Fahrer wird am Ende eine Durchschnittszeit errechnet und daraus der Startplatz. Wir konnten alle gute Zeiten Fahren und das obwohl wir noch auf den harten Reifen unterwegs waren. Freitag starteten wir dann im zweiten Qualifying den großen Angriff auf die Pole-Position in der Superstock Klasse. Es war sehr schwer, auf der Strecke bei knapp 60 Fahrern eine freie Runde zu erwischen. Ich beendete aber mein Zeittraining auf Gesamtplatz 8 und führte unsere Superstock Klasse mit über einer Sekunde Vorsprung an! Nachdem alle Zeiten zusammen addiert wurden verpassten wir den 1. Platz um gerade einmal 0,04 Sekunden. Aber ok, dass Rennen geht lang und ein Platz hin oder her macht nicht die Welt aus. Ich hatte die große Ehre, den Rennstart vor über 69.000 Zuschauern zu tätigen. Nachdem ich den Le-Mans-Start etwas verpatzt hatte, holte ich gleich in meinem ersten Stint viele Plätze auf und übergab nach fast einer Stunde an den nächsten Fahrer. So wechselten wir uns Stunde für Stunde ab und schon nach kurzer Zeit übernahmen wir die Führung in unserer Klasse! Jetzt hieß es keine Fehler machen und bei den Boxenstopps so wenig Zeit wie möglich verlieren. Auf die Nachtsessions freute ich mich am meisten! Ich versuchte bei meinen Stints so viel Zeit wie möglich auf die Verfolger heraus zu fahren. Ich pushte etwas zu viel und wurde bei noch 4 Stunden auf der Uhr sehr schwach und konnte kaum noch stehen. Mein Team päppelte mich aber wieder auf und wir fuhren nach 24 Stunden einen unglaublichen Sie in der Stocksport Klasse beim 82. legendären Bol d´Or ein! Es flossen unzählige Freudentränen und keiner konnte wirklich realisieren, das wir nach so viel harter Arbeit, Kampf und Leid den 1. Platz bei einer Weltmeisterschaft eingefahren hatten! Ein unglaubliches Erlebnis mit dem keiner wirklich gerechnet hat. Wir waren zu fast jeder Zeit die schnellsten STK-Fahrer auf der Strecke, was auch einem perfekt vorbereitetem Motorrad zu verdanken war. Des weiteren führen wir die WM Wertung mit einem guten Polster zu Platz 2 an! Vielen Dank an alle, die das ermöglicht haben!

 

Bis bald

Julian #19 


Viele Hürden auf dem TT Circuit Assen

Die Rennsaison 2018 neigt sich langsam dem Ende zu. TT Circuit Assen in den Niederlanden hieß die vorletzte Station der IDM. Eine weitere Strecke im Kalender, die ich bereits aus den letzten Jahren von der Superstock 1000 EM kannte. Für den Freitag hatten wir wieder einiges zum testen parat. Doch irgendwie wollte das Wetter nicht mitspielen. Das erste Training war komplett nass und auch das dritte und letzte freie Training des Tages fiel durch einen vorangehenden Regenschauer ins Wasser. Somit blieb uns eine Trainingssession am Mittag um Motorrad und Fahrer an die Strecke anzupassen. Wir hatten ein paar Probleme mit den Lenkerklemmen und auch die Elektronik spielte noch nicht so richtig mit. Somit blieben uns nur die wenigen Daten aus FP2 um für die Qualifyings ein ordentliches Setup zu stellen. Schon im ersten Zeittraining gab es ein Problem mit den Reifenstickern. Kurz nach dem Training musste ich ins Rennbüro. 4 Startplätze in der Startaufstellung zurück hieß die Penalty. Nachdem ich meine BMW S 1000 RR auf den 4. Startplatz stellte, hieß es somit zurück auf Platz 8. Erschwerte Bedingungen also für beide Rennen und mir war bewusst, dass ich eine Menge Arbeit am Sonntag vor mir habe.

 

Rennen 1: Nach einem super Start schoss ich gleich auf Platz 4 nach vorn. In der ersten Kurve wurde es aber richtig eng und ich wurde fast geradeaus geschickt. Ich konnte gerade noch einen Sturz verhindern und reihte mich auf Platz 9 wieder ein. Über das Rennen verteilt gab es unglaublich viele Überholmanöver und ich kämpfte mich bis auf Platz 3 nach vorn! Podestplatz nach Aufholjagd von weit hinten. Im Parcfermé waren wir überglücklich doch nur wenig später wurde mir mitgeteilt, dass ich 3 Plätze zurück versetzt werde. Mitten im Rennen verbremste ich mich in der letzten Schikane, ging weit und verlor dadurch sogar eine Position. Trotzdem rechnete mir das die Rennleitung als Vorteil an und gab mir erneut eine Strafe. Damit war ich überhaupt nicht einverstanden und ich musste auf die harte tour lernen, dass die Politik oftmals vor der Sportlichen Leistung steht.

 

Rennen 2: Ich war immer noch ziemlich verärgert und wollte mit allen Mitteln das beste aus dem Wochenende machen. Mein Start war leider nicht perfekt und ich musste sogar noch eine Position abgeben. Es wiederholte sich alles wie im ersten Lauf. Von Platz 9 fuhr ich mit starken Rundenzeiten vor auf Platz 3. Ich verlor im Ziel 4 Sekunden auf den Sieger obwohl ich einige Fahrer erst überholen musste. Es wäre definitiv mehr drin gewesen aber im Moment fehlt mir für den Sieg einfach noch die Portion Glück. Podium im zweiten Lauf machte das beste aus meinem sehr schwierigen Wochenende. Ich hoffe die Pechsträhne ist nun vorbei und beim letzten IDM Lauf in Hockenheim können wir noch einmal richtig angreifen. Jetzt geht es aber erstmal zum 24 Stunden Langstrecken WM Lauf nach Le Castellet wo ich am Wochenende beim legendären Bol d´or an den Start gehen werde!

 

Bis bald

Julian #19


Der erste Sieg, war zum greifen nah!

Endlich war die Sommerpause vorbei und mit den Rennen am Lausitzring ging die IDM in die fünfte Runde der Saison 2018. Einer der wenigen Strecken, die ich bereits in den letzten Jahren gefahren bin. Das Wetter änderte sich ständig und oft begann es zu tröpfeln. In den freien Trainings haben wir alle Reifenmischungen getestet und das Set-up angepasst. Der Asphalt auf dem Lausitzring ist sehr problematisch für unsere Reifen und somit entschieden wir uns, die härteste Mischung zu fahren. Schritt für Schritt wurden auch die Rundenzeiten besser und auch der Grip der Strecke verbesserte sich. Im ersten Qualifying am Samstag war erstmal zuschauen angesagt. Mischverhältnisse machten das fahren unheimlich schwer und da es am Nachmittag besser werden sollte, blieb der Großteil aller Fahrer in der Box. Zum zweiten Zeittraining kam sogar kurz die Sonne heraus und schon ging es auf die Strecke zur Zeitenjagd. Ich qualifizierte mich zwar mit dem 3. Startplatz für die erste Startreihe, trotzdem war ich mit meinem Rückstand auf Platz eins nicht ganz zufrieden. Mein Team hatte aber noch einige Ideen die es für das Warm-up am Sonntag zu testen gab. Pünktlich zum Rennen war das Set-up auf dem Punkt und ich war bereit für die beiden Rennen. Mein Startproblem aus den letzten beiden Veranstaltungen konnten wir auch lösen und schon deswegen war ich sehr optimistisch. Mein Start in das erste Rennen war richtig gut und ich reihte mich hinter meinem Teamkollegen Ilya Mickhalchic auf Platz 2 ein. Auf Anhieb fuhr ich eine halbe Sekunde schneller als im Zeittraining und konnte meinem Teamkollegen folgen. Als Ilya gegen Ende des Rennens Probleme mit dem Reifen bekam, konnte ich vorbei gehen und die Führung übernehmen! Leider wurde ich 2 Runden vor Schluss vom Belgier Bastian Mackels überholt. Ich wollte sofort wieder kontern. Bei einem Überholmanöver verbremste ich mich und es kam sofort eine kleine Lücke auf. Bis zum Zielstrich konnte ich wieder heran fahren aber zum Sieg hat es leider ganz knapp nicht gereicht. Im zweiten Rennen wollte ich erneut den Angriff auf den Sieg wagen! Ich startete erneut gut ins Rennen und kam auf Platz 3 aus der ersten Runde wieder. Im Gegensatz zum ersten Rennen war der zweite Lauf eher unspektakulär. Bis zur Rennmitte hielt ich mit den beiden vor mir mit. Leider musste ich dann Runde für Runde ein bis zwei Zehntel abreißen lassen. Ich beendete das Rennen auf Platz 3 und konnte somit wieder 2x aufs Podest springen. Schon nächste Woche geht es weiter nach Assen und ich werde wieder alles geben, um meinen ersten Sieg einzufahren!

 

Bis dahin,

Julian


Wahnsinns Wochenende auf dem Schleizer Dreieck

Es war das Wochenende, auf das ich die ganze Saison hin gefiebert habe. Mein Heimrennen auf dem Schleizer Dreieck stand an. Schon viele Wochen im voraus starteten die Vorbereitungen und auch die Nervosität. Ich wollte jedem in meiner Heimat beweisen, dass ich mich die letzten Jahre unterm Wert verkaufen musste. Wie immer wurde das ganze Wochenende von unzähligen Zuschauern verschönert. Ich habe das Gefühl vermisst, bei diesem Mega-Event und dieser atemberaubenden Kulisse, Rennen zu fahren. Trotz vielen Terminen, Autogrammstunden und Interviews legte ich meinen Fokus zu 100 Prozent auf das Motorradfahren. Ich arbeitet in den freien Trainings zusammen mit meinem Team alpha Racing - Van Zon - BMW hart an der Abstimmung meiner BMW S1000 RR. Trotz der extra Portion Druck, fühlte ich mich super Wohl. Mein Team hilft mir sehr dabei, alles bestmöglich zu meistern. Die Rundenzeiten waren schon am Freitag auf einem extrem hohen Level. Ich beendete den Tag auf Platz 2 und wusste, das wir noch einiges in der Hinterhand hatten.

 

Samstag ist Qualifying-Tag und es geht um die Startplätze. Ich war in der Lage, aus der Box heraus starke Rundenzeiten zu fahren. Ich konnte es kaum glauben als mein Team mir am Ende des ersten Zeittrainings meine gefahrene Rundenzeit mitteilte. 1:24:935! Das wurde die schnellste gefahrene Runde auf dem Schleizer Dreieck an diesem Wochenende. Niemand außer mir schaffte es, unter die 1:25 Minuten Marke zu kommen. Meine erste Pole-Position in meiner Rennkarriere und somit Startplatz 1 für beide Rennen am Sonntag. 

 

Renntag: Ich fühlte mich super und wollte einfach nur kämpfen und alles aus mir heraus holen. Leider sollten mir meine Rennstarts an diesem Tag einen strich durch die Rechnung ziehen. Nach einem versauten Start ins erste Rennen, fand ich mich auf Platz 6 wieder. Bis ich mich auf Platz 3 nach vorn gekämpft hatte, hatten die beiden führenden schon über 3 Sekunden heraus gefahren. Mit einer schnellsten Rennrunde nach der anderen, fuhr ich die Lücke zu und kämpfte mit den beiden Spitzenreitern um den Sieg. Bei der Aufholjagd verheizte ich leider meinen Hinterreifen und ich musste mich im Ziel ganz knapp mit dem 3. Rang zufrieden geben. 

 

Das zweite Rennen lief ähnlich. Schlechter Start mit anschließender Aufholjagd. Erneut konnte ich zu Rennmitte die schnellsten Zeiten fahren und kämpfte ab Runde 10 erneut um den Sieg. Das Teampo war aber so hoch, das Überholmanöver fast unmöglich wurden. Das ganze Rennen wurden niedrige 1:25er Rundenzeiten gefahren. Im Ziel wieder Platz 3 mit weniger als einer Sekunde Rückstand. Schade das es mit dem Sieg nicht geklappt hat aber ich bin unendlich Stolz auf diesen Riesen Fortschritt den wir gemacht haben. Vielen Dank an alle, die dieses Wochenende so unglaublich gemacht haben. Ich bin nun an der Spitze dran und werde es schon beim nächsten Rennen am Lausitzring erneut versuchen. Pole-Position, schnellste Rennrunde und zwei Mal Platz 3 in den Rennen. Vielen Dank!

 

Bis Bald

Julian #19