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Saisonfinale in Jerez de la Frontera

Das Finale der Superstock 1000 Europameisterschaft stand am vergangenem Wochenende auf dem Terminkalender. Wie immer wurden wir mit Temperaturen um die 30 Grad beschenkt. Da ich auf der Strecke in Jerez de la Frontera noch nie die Zielflagge gesehen habe, wollte ich in diesem Jahr unbedingt diesen fluch brechen.  In den beiden trainingssessions am Freitag fand ich sofort eine gute Linie. Meine beste Rundenzeit zum Vorjahr konnte ich bereits am ersten Tag um über 1,5 Sekunden nach unten schrauben. Ein paar kleine Veränderungen an Fahrwerk und Elektronik und das Bike war auf einem super Level. Samstag konnten wir noch einmal in einem dritten freien Training der BMW S1000 RR den letzten feinschliff verpassen. Ich fühlte mich gut gerüstet für das Qualifying. 

Insgesamt 36 Starter aus aller Welt waren an diesem Wochenende in meiner Klasse am Start. Unter anderem auch ehemalige Fahrer aus der Superbike Weltmeisterschaft. Im Zeittraining fuhr ich sofort hinter meinem schnellen Teamkollegen Marco Faccani aus der Boxengasse und folgte ihn für ein paar Runden. Ich war überrascht wie gut ich in diesem Jahr mit der Strecke zurecht kam. Bei Halbzeit lag ich bereits auf Platz 10 und sogar eine Platzierung vor meinem Teamkollegen. Mein Team montierte einen neuen Hinterreifen für den letzten Zeitenangriff. Meine erste fliegende Runde war der Hammer! Leider passierte mir in der vorletzten Kurve ein großer Fehler. Ich war zu früh am Gas und kam leicht in den Dreck. In diesem Sektor verlor ich 0,7 Sekunden. Ich wagte einen zweiten Angriff, doch das Pech war voll auf meiner Seite. Kurz bevor ich über die Ziellinie fuhr, wurde das Training aufgrund eines Sturzes abgebrochen und nicht mehr neugestartet. Startplatz 18. Am Sonntag konnte ich im Warm-Up mit gebrauchten Reifen fast so schnell fahren wie im Zeittraining und war gut für das Rennen gerüstet. Der Start in das Rennen gelangte mir erneut gut! In den ersten Kurven konnte ich wieder Plätze gut machen und befand mich bereits auf Platz 13. Noch in der ersten Runde kollidierte ich fast mit einem Gegner und verlor dadurch wieder 2 Platzierungen. Ich kämpfte die ersten beiden drittel des Rennens in einer großen Gruppe bis Platz 8! Im letzten drittel konnte ich den Speed nicht mehr mit gehen. Mein Vorderreifen löste sich in der Hitze auf und ich konnte oftmals nur durch Glück einen Sturz vermeiden. Am Ende wurde ich auf Platz 15 gewertet und konnte somit noch einen Punkt für die Gesamtwertung sichern. Die Saison ist nun leider vorbei und ich bin zufrieden mit den großen Fortschritten, die wir in diesem Jahr erreicht haben. Ich hoffe das ich in der Saison 2018 erneut die Chance bekomme in der Superstock 1000 EM zu starten. Mit den Erfahrungen und den Fortschritten, die wir in diesem Jahr gemacht haben, bin ich mir sicher kommende Saison einen großen Step nach vorn zu machen!

Bis bald!

Julian #19


Das beste in Magny-Cours draus gemacht

Magny-Cours in Frankreich gehört zu meinen Lieblingsstrecken im Superbike WM Kalender. Ich freute mich riesig auf das Event. Die Ränge sind jedes Jahr voll und es ist ein super feeling vor so vielen Zuschauern zu fahren. Schon am Freitag konnte ich zeigen wie Konkurrenzfähig ich an diesem Wochenende bin. Im ersten freien Training konnte ich Platz 9 einfahren. Die BMW S1000 RR funktionierte sehr gut und wir mussten nicht allzu viele Änderungen mach, um das Motorrad auf einem guten Level zu haben. Im zweiten Training konnte ich meine Rundenzeit noch einmal um fast eine Sekunde steigern und beendete den Freitag auf Platz 12. Mein erstes Regentraining dieser Saison konnte ich am Samstagmorgen absolvieren. Sogar die Fahrt im Nassen gelang mir nicht schlecht. Ab Mittag hörte der Regen auf und die Strecke trocknete langsam ab. Unser Zeittraining startete um 15 Uhr. Auf der Strecke befanden sich zum Start der Session noch zwei nasse Stellen. Sofort hing ich mich zum Start der Qualifyings an einen schnellen Fahrer. Ich fuhr richtig gute Zeiten und kam mit den nassen Stellen gut zurecht. Nach 10 Minuten wurde die Session abgebrochen, weil ein Motorrad auf der Strecke lag. Zudem Zeitpunkt lag ich auf dem unfassbaren 4. Rang. Mein Team baute neue Reifen auf mein Motorrad und als die Strecke wieder offen war, ging ich zu einem weiteren Angriff auf die Strecke. Leider bemerkte ich schon in der Outlap, dass mein Motorrad nicht gut anhört und die Leistung wegblieb. Das Resultat: Motorschaden! Die Strecke war zudem Zeitpunkt komplett trocken und dadurch fiel ich auf Platz 21 zurück. Ich war richtig sauer denn an diesem Tag wäre sehr viel drin gewesen. Für den Rennsonntag wechselten wir den Motor. Schon im Warm-up konnte ich mit dem 10. Platz glänzen. Im Rennen erwischte ich erstmals in diesem Jahr einen Bombenstart. Schon in der ersten Runde kämpfte ich mich von Platz 21 auf Platz 16 vor. In runde fünf stand der 13. Platz auf meiner Boxentafel. Ich biss mich an die Gruppe vor mir heran. Leider hatte ich meinen Reifen für die letzten beiden Runden verheizt sodass ich nicht mehr attackieren konnte und den 13. Platz ins Ziel fuhr. Meine Pace war super und ich bin mir sicher das ohne das Pech am Samstag richtig viel drin gewesen wäre. Trotzdem wieder 3 Punkte auf meinem EM Konto!

Bis bald

Julian #19 


Die Top 10 wurden mir genommen

Am vergangenen Wochenende wurde auf dem Portimao International Circuit an der Algarve der nächste Superstock 1000 EM Lauf gefahren. Eine sehr schöne aber auch technisch sehr Anspruchsvolle Rennstrecke, die durch ihr überwältigendes Flair und die vielen Höhenunterschiede hervorsticht. Am Donnerstag vor dem Start der Veranstaltung, bekam meine BMW S 1000 RR noch ein Elektronik-update. Unsere Aufgabe war also klar. Wir hatten Freitag 2 freie Trainings und noch eins am Samstagvormittag. Wir mussten uns bemühen, die neue Elektronik auf mich abzustimmen und nebenbei das Set-Up und das Chassis abzustimmen. Wir investierten einige Stunden vor den Computern um alle Telemetriedaten auszuwerten. Am Samstagnachmittag ging es wieder in einem 30-minütigen Zeittraining um die Startplätze. Trotz vollem Risiko was ich ging, blieb nur der 17. Startplatz für mich übrig. Ich hatte Mühe die Linie zu halten und hatte am Kurveneingang kein Gefühl zum Vorderrad. Die Ausgangsposition war also wieder einmal nicht optimal. Bis in den späten Abend zogen sich die Auswertungen. Mit einem großen Erfolg! Schon am nächsten Morgen im Warm-up konnte ich mit alten Reifen eine halbe Sekunde schneller fahren als im Qualifying. Das Motorrad hat gepasst und ich fühlte mich gut für das Rennen. Ich erwischte leider wie schon so oft in diesem Jahr keinen guten Start. Aus dem ersten Sektor kam ich nur auf Platz 20 wieder. Sofort begann ich Plätze gut zu machen und konnte mich nach der ersten Runde auf Platz 17 verbessern. Meine Rundenzeiten waren gut und in Runde 9 war ich schon auf Platz 11 angekommen. Ich bereitete mein Überholmanöver für Platz 10 vor und konnte diesen zu Beginn der 10. Runde einnehmen. Vor mir fing eine Yamaha von einem Konkurrenten zu Rauchen an. Das Rennen wurde daraufhin zu meinem Pech auf Verdacht wegen Öl auf der Strecke abgebrochen. Da das Rennen eine Runde zurück gewertet wurde, rutschte ich auf Platz 11 zurück. Sehr schade für mich den die Top 10 wären kein Problem gewesen und eine gute Belohnung für unsere Arbeit gewesen. Ich muss meine Starts verbessern und im Qualifying weiter vorne stehen. Wenn ich alles zusammen bringen kann, denke ich das ich sehr Konkurrenzfähig bin. Trotzdem habe ich wieder wichtige Punkte gesammelt und liege jetzt schon auf dem 13. Gesamtrang.

Nächste Woche geht es schon in Magny Cours weiter!

Bis dahin

Julian #19


Top 10 zum Heimrennen!

Ein Wahnsinns Rennwochenende liegt hinter mir! Endlich hat einmal alles gepasst und ich konnte vor heimischer Kulisse mein wahres Potential zeigen. Aber fangen wir von ganz vorn an. Gleich zum ersten freien Training am Freitagvormittag, hatte ich ein richtig gutes Gefühl für das Motorrad und konnte mich schnell mit der Strecke anfreunden. Im zweiten freien Training machten wir ein Paar Versuche mit dem Fahrwerk. Da sich diese aber als Nachteil bewiesen gingen wir wieder zur Basis zurück. Samstag im dritten Training fuhren wir komplett auf den alten Reifen vom Vortag. Der Vorteil: wir konnten einen Hinterreifen sparen und hatten für das Zeittraining 2 Stück zur Verfügung. Im Qualifying rückte ich also schon den ersten Stint mit neuen Reifen aus. Meine Zeit im Vergleich zu den freien Trainings, konnte ich auf Anhieb um eine Sekunde verbessern. Nach 10 Minuten kam ich an die Box zum Reifenwechsel. Ich fuhr zusammen mit meinem Teamkollegen als Zugpferd zu einem Letzen Angriff raus. Ich schaffte eine nahezu perfekte Runde, die mir leider in der letzten Kurve von einem langsamen Fahrer zerstört wurde. Am Ende durfte ich das Rennen von Startplatz 14 starten. Ich wusste aber, dass mehr drin gewesen wäre. Der Sonntag startete schon mit dem Warm-up sehr gut! Ich konnte gute Zeiten fahren und hatte ein super Gefühl für das Rennen. Um 15.15 Uhr schaltete die Ampel auf Grün. Ich erwischte einen guten Start und kam auf P13 aus der ersten Runde. In den ersten 4 Runden hatte ich mit der vollen Tankfüllung zu kämpfen und musste deshalb vielen Zweikämpfen beistehen. Durch die vielen Überholmanöver verlor ich den Anschluss an die Gruppe bis Platz 5. Die letzten 7 Runden konnte ich konstant sehr gute Rundenzeiten fahren und durch einen Fahrfehler von zwei Piloten vor mir in der vorletzten Runde den 9. Platz einnehmen. Den gab ich bis zum Ziel nicht mehr her! Ich bin richtig glücklich mit meiner ersten Top 10 Platzierung. Das gab mir noch einmal einiges an Selbstvertrauen und ich hoffe, bei den nächsten Rennen an dieses Ergebnis anknüpfen zu können!

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Julian #19 


Unglaublicher Sieg beim 8 Stunden Langstrecken WM Rennen auf dem Slovakiaring

Sofort nach dem Rennen der Superstock EM in Misano ging die Reise für mich weiter in die Slowakei an den Slovakiaring. Kurzfristig bekam ich die große Chance, mein erstes Langstrecken WM Rennen zu bestreiten. Zusammen mit dem Team Völker NRT #48 und den beiden Fahrern Jan Bühn und Stefan Kerschbaumer startete ich in der Superstock-Klasse. Die ersten freien Trainings begannen schon am Dienstag. 3 Tage lang konnte ich mich an die für mich neuen Dunlop Reifen, das Team und das Langstrecken Motorrad gewöhnen. Mittwochvormittag wurde ich leider von einem Kontrahenten im Training unsanft zu Boden gebracht. Ich zog mir starke Prellungen im rechten Bein zu und musste 2 Tage lang auf Krücken laufen. Ich biss mich durch und versuchte weiter die BMW so schnell wie möglich um die Strecke zu jagen. Donnerstag und Freitag stand dann jeweils ein Zeittraining auf dem Plan. Jeder Fahrer hatte ein 20 Minuten langes Qualifying und die besten 3 Rundenzeiten der Fahrer wurden zusammengenommen. Am Ende konnten wir mit dem 3. Startplatz ein erstes Ausrufezeichen setzen! Nach vielen Auswertungen und Spritverbrauchs-Rechnungen, stellten wir eine Strategie für das Rennen auf. Den Rennstart übernahm Stefan Kerschbaumer. Wir kamen die ersten Runden sehr gut durch und nach einer Stunde übergab er das Motorrad an Jan Bühn. Mein erster Stint folgte nach dem 2. Stopp und ich ging für 26 Runden am Stück auf die Strecke. Es ist sehr schwer so lange Zeit bei über 30 Grad Außentemperatur das Motorrad am Limit zu bewegen und zu pushen. Bei Halbzeit nach 4 Stunden befanden wir uns auf dem 2. Platz. Mein zweiter Stint war sehr schwer für mich. Der Reifen war schon sehr alt und bot kaum noch Grip. In der 23. Runde meines Turns riss der Reifen komplett auf und ich musste früher als geplant an die Box. Mein Team machte aber einen perfekten Job beim Boxenstopp, so dass wir kaum Zeit verloren. Die letzte Stunde wurde ein Nervenkitzel pur. 20 Minuten vor Ende übernahmen wir die Spitze und gaben diese bis zum Zieleinlauf nicht mehr her! Ich kann es immer noch kaum fassen, dass mein Team und ich diesen WM Lauf für uns entscheiden konnten. Gleich bei meinem ersten Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft den Sieg einzufahren ist das beste was mir hätte passieren können. Ich danke meinem Team und meinen beiden Teamkollegen für den tollen Job den sie gemacht haben. Dieses Wochenende wird immer in meiner Erinnerung bleiben!

Vielen Dank und bis bald

Julian #19