NEWS


Guter Abschluss beim finalen Saisonrennen in Hockenheim!

Ein Jahr geht vorbei wie im Flug. Am vergangenen Wochenende fand das Finale der Saison 2021 auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg statt. Eine fahrerisch sehr anspruchsvolle Strecke, die aufgrund der vielen Automobil-Veranstaltungen wenig Grip für Motorräder bietet. Wir kannten die Strecke bereits von Testfahrten zu Beginn des Jahres. Schon damals war es schwierig für mich, einen Rhythmus und ein gutes Gefühl aufzubauen.

 

Die freien Trainings am Freitag begannen auch eher schleppend. Nach 2 freien Trainings fand ich mich auf dem 16. Platz wieder. Das veranlasste uns, die BMW noch einmal komplett umzubauen und neu abzustimmen. Das brachte uns einen großen Schritt nach vorn und wir konnten den Freitag mit einem guten Gefühl beenden.

 

Als es am Samstag in den beiden Zeittrainings um die Startpositionen ging, konnte ich meine Bestzeit vom Freitag zwar noch einmal um eine halbe Sekunde steigern, trotzdem reichte es nur für den 11. Startplatz. Das gesamte Feld war wie immer sehr eng beisammen, aber wir waren uns bewusst, dass wir in den Rennen viel Arbeit vor uns haben werden.

 

Der Renntag sollte zum Abschluss noch einmal ein richtig spannender werden. Der Start ins erste Rennen gelang mir gut und ich konnte mich auf Platz 9 nach vorn kämpfen. In Runde 5 verlor ein Fahrer vor mir Kühlwasser und ich rutschte zusammen mit 6 weiteren Fahrer darauf aus. Nach dem Massencrash wurde das Rennen abgebrochen und später neu gestartet. Mein Team GERT56 machte die M1000 RR in wenig Minuten wieder startklar und ich war beim Neustart wieder dabei. Ich erwischte im auf 10 Runden gekürzten Rennen einen klasse Start und konnte mich im Verlauf des Rennens auf Platz 7 nach vorn kämpfen. Da vor mir zwei Gaststarter waren, bekam ich die Punkte für Platz 5!

 

Rennen 2 sollte nicht weniger chaotisch werden. Schon in der ersten Rennrunde begann es leicht zu regnen. Das war meine Zeit! Ich kämpfte in der Führungsgruppe und konnte zwischendurch erneut Führungskilometer sammeln. Nach vielen Zweikämpfen an der Spitze kreuzte ich auf Platz 6 die Ziellinie und war damit sehr zufrieden. Ein versöhnlicher Abschluss mit einer Strecke, die mir in den letzten Jahren oft Probleme bereitet hat.

 

Somit geht eine spannende IDM Saison mit vielen Höhepunkten zu Ende. Platz 8 in der IDM Gesamtwertung bei einem Fahrerfeld, was es in dieser dichte und stärke noch nie gab. Vielen Dank an mein Team GERT56 für das Vertrauen und die super Arbeit. Noch zu Beginn der Saison waren ein paar Wildcard-Einsätze geplant und daraus wurde eine komplette Saison, wo wir viel gelernt haben und auch schon das ein oder andere Ausrufezeichen setzen konnten. Vielen Dank auch an alle meine Sponsoren und Unterstützer, ohne euch wäre das alles nicht möglich!

 

Wir sehen uns in der Saison 2022!

Bis dahin

Julian #19 


Emotionale Zielankunft bei den 24h von LeCastellet!

Nach knapp 2 Jahren Auszeit kehrte ich am vergangenen Wochenende zusammen mit dem Team LRP Poland BMW zurück in die Endurance Weltmeisterschaft. Auf dem wunderschönen Circuit Paul Ricard im Süden Frankreichs wurde das dritte Rennen der FIM EWC ausgetragen. Ein 24 Stunden Rennen verlangt von Fahrer und Material alles ab. Ich kann sagen, dieses Rennen hielt wirklich alles für uns bereit!

 

Die ganze Woche lief bis zum Rennen sehr gut für uns. Wir waren in jeder Session konkurrenzfähig, ob auf trockener oder nasser Fahrbahn. In meinem Qualifying fuhr ich die 7. schnellste Rundenzeit mit einer 1:54.0. Ich war superzufrieden und auch meine beiden Teamkollegen Stefan Kerschbaumer und Kamil Krzemien waren sehr flott unterwegs. In der kombinierten Zeitenliste sprang Startplatz 9 für uns heraus und somit eine Top 10 Platzierung für den Langstrecken-Klassiker! Das Rennen wurde Live auf Eurosport übertragen und es war ein tolles Gefühl für jeden Fahrer, wieder so viele Zuschauer auf den Tribünen zu haben.

 

Ich durfte das Rennen am Samstag um 15 Uhr starten und kam auch recht gut von meinem Startplatz los. Schon zu Beginn merkte ich aber, dass wir in unteren Drehzahlen nicht so viel Leistung hatten. Nach 7 Stunden lagen wir auf Position 11 und versuchten den Leistungsnachteil etwas zu kompensieren. Kurz nach Einbruch der Nacht musste ich aber leider die Box aufgrund eines Kupplungsschadens ansteuern. Durch diese Reparatur verloren wir fast eine Stunde und fielen dadurch an das Ende des Feldes zurück. Das Team wollte nicht aufgeben und somit ging es wieder zurück auf die Strecke. Nachdem es in der regnete, wurde es aufregend. Ständig wechselten wir von Regenreifen auf Slicks und wieder zurück.

 

Es war unheimlich spannend, da die Streckenbedingungen wirklich schwierig waren. Trotzdem zählten wir zu dieser Zeit immer zu den schnellsten auf der Strecke. Im Verlaufe der Morgenstunden mussten wir weitere Defekte am Bike verzeichnen und verloren erneut Zeit. Als wir das Motorrad nur noch über den Zielstrich fahren wollten, kam der Super-GAU. In meinem letzten Stint, knapp eine Stunde vor Zielankunft, explodierte mir der Motor. Ich konnte es kaum fassen, denn all die Arbeit war kurz vor Ende für nichts. Ich brachte das Bike zurück an die Box und mein Team kam auf die Idee, dass Motorrad eine Runde um die Strecke zu schieben, um dann die Zielflagge zu sehen.

 

Wir machten uns sofort auf den Weg und kreuzten tatsächlich die Ziellinie eine Minute nachdem das Rennen abgewunken wurde. Somit wurden wir sogar gewertet und brachten wichtige Punkte mit nach Hause. Jeder im Team hatte Tränen in den Augen und wir waren überglücklich, dass Rennen beendet zu haben.

 

Es war wieder eine super Erfahrung und ich danke dem gesamten Team LRP für den Ehrgeiz und das Vertrauen! Jetzt heißt es noch einmal schnell Batterien aufladen, denn schon dieses Wochenende geht es weiter zum IDM Finale auf dem Hockenheimring mit meinem Team GERT56. 

 

Let´s go und bis dahin

Julian #19


Die IDM zurück auf dem Red Bull Ring

Die vorletzte Station der IDM 2021 wurde auf dem Red Bull Ring in Österreich ausgetragen. Eine wunderschöne Gegend mit einer hoch modernen Rennstrecke. Meine Erinnerungen an den Red Bull Ring waren schon lange verblasst. Meinen letzten Einsatz hatte ich auf dem Highspeed Kurs im Jahre 2013 mit dem Yamaha R6 Cup. Mit dem Superbike hieß es also erst einmal Strecke kennen lernen, Bremspunkte finden und einen Rhythmus aufbauen.

 

Am Freitag standen uns aufgrund der Vielzahl an Rennklassen nur zwei freie Trainings zur Verfügung. Keine leichte Aufgabe in so kurzer Zeit ein Setup zu erarbeiten. Schnell wurde uns klar, dass die Rundenzeiten sehr nah beisammen sein würden. Platz 11 nach den freien Trainings im 32 Mann starken Starterfeld der IDM Superbike 1000.

 

Das Qualifying war wie erwartet eine wahnsinnig knappe Sache. Ich konnte mich zum Vortag um fast eine Sekunde steigern und den 7 Startplatz heraus fahren. Platz 7 und Platz 14 trennten sage und schreibe 0,2 Sekunden. Die Rennen am Sonntag sollten also für viel Spannung sorgen. Die Rundenzeiten konnten im zweiten Zeittraining durch einsetzenden Regen nicht unterboten werden.

 

Rennen 1 am Sonntag startete bei kühlen Temperaturen um die 12 Grad. Schon in der Einführungsrunde begann es an allen Stellen der Strecke leicht zu tröpfeln. Schwierige Bedingungen also zum Start des Rennens. Ich erwischte einen guten Start und kam mit den leichten Regen in der Anfangsphase am besten zurecht. Nach nur 2 Runden konnte ich in Führung gehen und das Rennen 5 Runden lang anführen. Leider ist unsere Racepace noch nicht auf dem Level, um bis zum Ende an der Spitze zu kämpfen. Nach vielen Zweikämpfen kreuzte ich auf Platz 7 die Ziellinie. Wichtige Punkte, erneute Führungskilometer und viele neue Daten für die Entwicklung.

 

Vom zweiten Rennen gibt es leider nicht viel zu berichten. Wir rückten noch einmal mit einer komplett anderen Abstimmung aus und hofften, auf eine bessere Reifen-Standzeit. Leider wurde mein Rennen nach nur zwei Kurven durch einen technischen Defekt beendet. Erneut null Punkte für die wir nichts können. In Hockenheim zum Saisonfinale haben wir noch einmal die Chance, unser Potential unter Beweis zu stellen! Vielen Dank an das gesamte GERT56 Team für die großartige Arbeit über das gesamte Wochenende. Wir sehen uns beim Saisonfinale!

 

Bis dahin 

Julian #19


Berg- und Talfahrt auf dem TT Circuit Assen

Runde vier der internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft fand im niederländischen Assen statt. Erneutes Neuland für mein Team GERT56. Somit ging es am Freitag darum, Daten zu sammeln und eine Abstimmung zu finden. Der TT Circuit hat vergangenes Jahr einen neuen Belag bekommen. Dieser benötigt eine komplett andere Abstimmung als bei allen anderen Strecken im IDM Kalender. Wie schon auf dem Schleizer Dreieck konnten wir uns schnell eine Basis erarbeiten und erste gute Rundenzeiten in den Asphalt brennen.

 

Am Samstag, in den beiden Qualifyings lief es sogar noch besser! Im Vergleich zum Vortag konnten wir uns um eine weitere Sekunde steigern und Platz 5 in der kombinierten Zeitenliste erzielen. Ich fühlte mich sehr wohl auf der BMW M 1000 RR und war gerüstet für den Renntag.

 

Der Sonntag verlief leider nicht ganz nach Plan. Im Warm-up am Vormittag musste ich in meiner ersten fliegenden Runde einen heftigen Highsider verkraften. Ich schlug ziemlich hart auf den Asphalt auf und musste mich vorerst im Medical Center vorstellen. Auch das Motorrad hatte einiges abbekommen und das erste Rennen startete eine knappe Stunde nach dem Warm-up. Meine Mechaniker-Crew machte aber einen unglaublichen Job und baute das Bike bis zum Rennstart wieder auf.

 

Der Start ins erste Rennen klappte sehr gut. Ich konnte mich auf Platz 4 einreihen und kämpfte in der Spitzengruppe mit. Nach nur 3 Rennrunden wurde das Rennen aufgrund eines Sturzes mehrerer Piloten abgebrochen. Der Neustart gelang mir diesmal weniger optimal. Auf Platz 5 liegend kam ich aus der ersten Runde wieder. Schnell merkte ich aber, dass mein Körper nicht ganz mitspielte. Ich verlor im Rennverlauf weitere zwei Positionen und rettete mich auf Platz 7 ins Ziel. Weitere wichtige Zähler für die Meisterschaft.

 

Im zweiten Lauf ließ sich nach einem Defekt an der Elektronik mein Motorrad nicht starten. Ich musste meine Startposition räumen und aus der Boxengasse starten. Nachdem wir das Motorrad gestartet bekommen haben, musste ich feststellen, dass die Elektronik fehlerhaft war. Ich konnte zwar aus der Box heraus bis auf Platz 14 vorfahren, musste aber das Rennen nach einem Totalausfall zwei Runden vor Schluss beenden. Leider Null Punkte für mich. Jetzt heißt es erst einmal abhaken, regenerieren und in zwei Wochen auf dem Red Bull Ring wieder angreifen!

 

Bis dahin

Julian #19


Wahnsinns Heimrennen auf dem Schleizer Dreieck!

Was für ein Rennwochenende! Endlich waren die Tribünen wieder uneingeschränkt für Zuschauer offen und das Fahrerlager war so belebt wie noch nie. In meiner Heimatstadt einen IDM Lauf zu fahren, ist für mich immer etwas ganz Besonderes. Das Schleizer Dreieck ist meine absolute Lieblingsstrecke und die Aufregung steigt schon Wochen zuvor. Da die Strecke für mein Team GERT56 Neuland war, hieß es am Freitag in den freien Trainings erst einmal Daten zu sammeln. Wir fanden schnell die richtige Richtung und konnten sehr bald konkurrenzfähige Zeiten fahren!

 

Am Samstag konnte ich im ersten Qualifying eine super Rundenzeit in den Asphalt brennen und somit vorläufig die fünfte Position einnehmen. Die Konkurrenz ist so stark wie noch nie und die Leistungsdichte der Fahrer in der Superbike Klasse hat ein unglaublich hohes Niveau erreicht. Im zweiten Zeittraining wollte ich zum Schluss noch einmal mit einem neuen Reifensatz auf Zeitenjagt gehen. Leider endete diese mit einem Sturz in der ersten Kurve. Mir ist nichts passiert und meine Mechaniker hatten das Bike wenige Stunden später schon wieder fit. Nach den beiden absolvierten Qualifyings stand ich auf Platz 4, da sich im 2. Zeittraining keine Positionswechsel ergeben haben. Aufgrund einer technischen Beanstandung am Motorrad eines Konkurrenten, wurde ich von der 5. auf die 4. Position versetzt.

 

Der Rennsonntag sollte zu einem meiner besten der letzten Jahre werden. Schon im Warm-up fühlte ich mich nach meinem Sturz vom Vortag wieder sehr wohl. Im ersten Rennen erwischte ich einen guten Start und kämpfte mit Alessandro Polita und Luca Grünwald um die fünfte Position. Nachdem ich erst lange Zeit auf Platz 7 lag, konnte ich mich in den letzten beiden Runden durchsetzen und auf Platz 5 durchs Ziel fahren. Ein super Ergebnis und durch das "Reverse Grid" bedeutete dies Startplatz 2 im zweiten Rennen für mich.

 

Der Start ins zweite Rennen verlief noch besser! Ich konnte drei Runden lang das Feld anführen und meine Pace war noch besser als in Rennen 1. Über die 18 Runden Renndistanz konnte ich den direkten Anschluss an die ersten 3 nicht halten. Völlig erschöpft, aber überglücklich kreuzte ich auf Platz 4 die Ziellinie. Ein Wahnsinnsergebnis für mein Team und mich! 

 

In nur drei Rennveranstaltungen konnten wir die BMW M1000RR so stark verbessern, dass wir schon jetzt richtig konkurrenzfähig sind. Wir wissen, an welchen Baustellen wir noch arbeiten müssen! Vielen Dank an mein Team GERT56 für die perfekte Arbeit an diesem Wochenende. Vielen Dank auch an alle Fans und Zuschauer, die das Rennwochenende wieder einmal so außergewöhnlich gemacht haben! Es war überwältigend und ich bin einfach nur überglücklich. 

 

Vielen Dank und bis bald

Julian #19