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Mit BMW Motorrad World Endurance in die Langstrecken Weltmeisterschaft!

Heute darf ich offiziell verkünden, dass ich die kommende FIM Endurance World Championship EWC für das offizielle BMW Motorrad Werksteam bestreiten werde! Zusammen mit meinen starken Teamkollegen Kenny Forey und Ilya Mikhalchik werden wir versuchen, die bestmöglichen Resultate zu erkämpfen. Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung!

Vielen Dank an das BMW Motorrad World Endurance Team, BMW Motorrad Motorsport und Teammenager Werner Daemen für das Vertrauen!

Ich kann es kaum erwarten, die neue S1000RR in SBK Spezifikation in der Endurance Weltmeisterschaft einzusetzen

 

Termine:

- 21./22. September 2019: Bol d’Or (24-Stunden-Rennen) – Le Castellet (FRA)

- 14. Dezember 2019: 8 Hours of Sepang – Sepang (MAS)

- 18./19. April 2020: 24 Heures Moto – Le Mans (FRA)

- 6. Juni 2020: 8 Stunden Oschersleben – Oschersleben (GER)

- 19. Juli 2020: Suzuka 8 Hours – Suzuka (JPN)

 


Rabenschwarzes Rennwochenende in Most

Die 6. Runde der IDM 2019 führte uns in die Tschechei an den Autodrom Most. Mit 9 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Ilya Mikhalchik, reiste ich als Gesamtführender an. Meine Erwartungen an das Wochenende waren ziemlich hoch, denn schon im Frühjahr konnten wir bei einem Test mit guten Rundenzeiten glänzen. 

 

Die Stimmung nach dem ersten freien Training war sehr gut. Ich fand schnell in meinen Rhythmus und konnte erste Daten sammeln. Die Ernüchterung kam aber schon in den beiden anderen Sessions an diesem Tag. Ich hatte Schwierigkeiten mit den zerstörten Asphaltstellen auf dem Kurs und bekam kein richtiges Feedback vom Vorderrad. Die dritte Session fand für mich die meiste Zeit in der Box statt. Aufgrund eines Technischen Defekts am Bike fehlten mir viele wichtige Runden.

 

Am Samstag standen beide Qualifyings auf dem Zeitplan. Der Wetterbericht meldete wechselhafte Bedingungen und somit sollte es ein Gamble werden. Zum ersten Zeittraining war die Strecke halb nass und halb trocken. Wir entschieden uns, noch ein paar Minuten zu warten und hofften, dass die Strecke noch ein wenig auftrocknet. Als ich die Boxengasse verließ, hatte ich aber schon wieder die ersten Regentropfen auf dem Visier. Nach 2 fliegenden Runden fand ich mich auf Platz 5 des Feldes wieder. In meiner dritten Runde musste ich aber schon die Boxengasse ansteuern, wegen des einsetzenden Regens. Leider haben wir etwas zu lang in der Box bei Trainingsbeginn gewartet. Da das zweite Qualifying komplett ins Wasser fiel, blieben alle Rundenzeiten aus dem 1. Zeittraining bestehen. Startplatz 5 für das erste Rennen am Sonntag das Resultat nach dem Samstag.

 

Rennen 1:

Nach einem guten Start, bemerkte ich schon auf dem Weg zur ersten Kurve, dass etwas mit der Schaltung nicht stimmt. Die Gänge ließen sich nicht mehr Schalten und ich fiel sofort ans Ende des Feldes zurück. Ich versuchte es mit einem Zündungswechsel, doch blieb erfolglos. Ich schaltete alle Gänge mit Kupplung und ohne Gas und konnte sogar wieder einige Plätze gut machen. Auf Platz 12 angekommen klappte mir in der vorletzten Runde das Vorderrad ein und kam zu Sturz. Ich wusste nicht was ich falsch gemacht habe, denn ich war noch weit von meinem Limit entfernt. Sehr ärgerlich aber zum Glück baute mein Team das Motorrad sehr schnell wieder auf, so dass ich im zweiten Rennen wieder am Start stand.

 

Rennen 2: 

Durch mein DNF in Rennen 1, musste ich von Startplatz 11 aus ins Rennen gehen. Mein Start war eher mäßig und ich wurde in der ersten Kurve eingeklemmt. Von Platz 14 aus startete ich eine schnelle Aufholjagd! Nach wenig Runden lag ich schon auf dem 6. Platz. Ich wollte die Lücke vor mir schließen doch schon in Runde 7 stürzte ich erneut aus unerklärlichen Gründen über das Vorderrad. Ich war stinksauer und hatte keine Erklärung für die beiden Stürze. Sowas ist mir in meiner Rennkarriere noch nie passiert. Ich habe nicht nur beide Rennen mit 0 Punkten beendet, sondern auch die Meisterschaftsführung abgegeben. Soweit abgegeben, dass sie fast uneinholbar ist. Ich ärgere mich sehr über das Wochenende doch es ist nicht rückgängig zu machen. 

 

Jetzt haben wir ein paar Wochen Zeit um die Daten genauestens zu analysieren. Ich werde das Wochenende so schnell wie Möglich abhacken und blicke schon jetzt auf den nächsten Lauf im Holländischen Assen! Dort werden wir wieder in alter Verfassung am Start stehen!

 

Bis dahin

Julian #19


Aufregendes Heimrennen auf dem Schleizer Dreieck

Endlich war es soweit. Das IDM Highlight der Saison 2019 stand auf dem Programm. Mein Heimrennen auf der ältesten Naturrennstrecke Deutschlands, dem Schleizer Dreieck. Wie immer gab es eine Menge im Vorfeld zu organisieren, denn es haben sich wieder viele Gäste, Sponsoren und Unterstützer angemeldet, um mich zu besuchen. Ich wollte unbedingt einen Sieg vor heimischen Publikum einfahren und zum ersten mal in meinem Leben, trat ich das Rennwochenende als Tabellenführer an.

 

Am Freitag standen uns wie immer drei freie Trainings zur Verfügung, um das Bike für die Zeittrainings am Samstag abzustimmen. Doch der erste Dämpfer folgte schon am Morgen in meiner ersten fliegenden Runde. Ich stürzte aufgrund eines technischen Defekts am Ausgang des Buchhübels und ging heftig zu Boden. Das Motorrad hatte ebenfalls einiges ab bekommen. Meine Mechaniker unternahmen alles, um die BMW für das zweite Training wieder Fit zu machen. Ich versuchte ein paar Runden zu fahren, bemerkte aber, dass mit dem Motorrad noch nicht alles in Ordnung war. Somit standen wir vor dem dritten freien Training mit noch nicht einer normal gefahrenen Runde da. Mit viel Schweiß auf der Stirn, wurde mein Motorrad pünktlich zur dritten Session fertig und ich konnte endlich mit der Abstimmungsarbeit beginnen. Mit viel Trainingsrückstand, versuchte ich so viele Runden wie möglich zu fahren und ein paar Daten für die Qualifyings zu sammeln.

 

Nachdem der Freitag für mich nicht schlimmer starten konnte, versuchte ich alles abzuhaken und im Zeittraining wieder voll anzugreifen. Da es zur zweiten Qualifying-Session über 30 Grad werden sollten und somit Zeitenverbesserungen schwierig werden, konzentrierten wir uns darauf, unsere Zeit am Vormittag zu setzen. Mit Platz 2 in der Startaufstellung für das erste Rennen konnten wir auch mehr als Zufrieden sein. Trotzdem mussten wir weiter an der Abstimmung arbeiten, denn ich habe mich noch nicht 100 Prozent wohl gefühlt.

 

Rennen 1:

Von der 2. Startposition gelang mir ein Bombenstart. Ich übernahm sofort die Führung und versuchte mich abzusetzen. Ab Rennmitte bemerkte ich, dass ich meinen Verfolger nicht abschütteln kann. Somit versuchte ich zu taktieren und meinen Reifen zu schonen. Ich drosselte den Speed etwas und konzentrierte mich darauf, in den letzten 3 Runden noch einmal volle Attacke zu gehen. Den selben Plan hatte aber auch Ilya Mikhalchyk. 4 Runden vor Schluss nahm er mir die Führung ab und gab diese nicht mehr her. Trotz aller Bemühungen, einen Gegenangriffzu starten, fuhr ich auf Platz 2 über die Ziellinie.

 

Rennen 2:

Aufgrund meines zweiten Platzes in Lauf eins, musste ich das zweite Rennen wegen der Reverse- Grid-Regel von Startposition 8 aus in Angriff nehmen. Ich startete erneut super und machte schon auf dem Weg durch die erste Kurve viele Positionen gut. Runde eins beendete ich schon auf der dritten Position. Die beiden Führenden bremste ich in einer Kurve gleichzeitig aus. In der zweiten Runde kreuzte ich die Start & Ziellinie schon als Führender. Nach 15 Führungsrunden ging erneut mein Teamkollege aus der Ukraine an mir vorbei. Ich fuhr volles Risiko und gab alles, um den Sieg zu holen. Nach einem Zweikampf musste ich mich aber erneut mit einem Rückstand von 0,6 Sekunden als zweiter geschlagen geben. Schade, denn wir waren so nah dran.

 

Trotzdem blicke ich zufrieden auf das Wochenende zurück. Ich bin voll in Schlagdistanz und reise weiterhin als Gesamtführender zum nächsten Rennen. Aufgrund der fehlenden Streckenzeit, haben wir das beste draus gemacht! Vielen Dank an mein Team alpha Racing - Van Zon - BMW und meine Crew für den super Job. Ich bedanke mich auch bei allen Sponsoren, Gästen und Zuschauern, die das Event jedes Jahr so einzigartig machen. Es war mir eine Ehre, vor so vielen Rennsportfans, Rennen zu fahren. Nächstes Jahr kommen wir wieder und wagen den nächsten Angriff auf den Heimsieg!

 

Bis bald

Julian #19


Sieg und Platz 2 am Nürburgring – als Gesamtführender zum Heimrennen!

Völliges Neuland, hieß es am vergangenem Wochenende für die IDM. Zum ersten mal fuhr die Superbike 1000 Klasse im Rahmen des legendären Truck GP´s. Es wurden über 120.000 Zuschauer erwartet und eins kann ich vorweg nehmen: „Es war eine super Veranstaltung!“

 

Das letzte mal, als ich auf dem Nürburgring gefahren bin, liegt weit zurück. Seit 2012 bin ich keinen Meter mehr auf dieser Strecke gefahren. Von daher begann ich im freien Training komplett bei Null an. Leider blieb uns auch nur eine Stunde freies Training am Donnerstag Abend, um alles anzupassen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, steigerte ich mich kontinuierlich. Am Ende der Test-und Einstellfahrten verbesserte ich mich auf Platz 2 mit nur wenig Rückstand auf den Führenden. Ich kam schnell gut mit dem Rundkurs zurecht und wir konnten einige Daten sammeln, um unser Fahrwerk für die Qualifyings am Freitag anzupassen.

 

Das Wetter am Freitag Vormittag spielte uns einen Strich durch die Rechnung. Es Regnete die ganze Nacht durch und somit war das erste Zeittraining klatsch Nass. Schon in meiner ersten fliegenden Runde unterlief mir ein schwerwiegender Fehler. Mir rutschte schlagartig das Hinterrad weg und ich kam zu Sturz. Somit konnte ich keine einzige Rundenzeit setzen. Im zweiten Zeittraining gab es endlich wieder trockene Bedingungen und ich ging sofort, als erster auf Zeitenjagt. Ich fuhr volles Risiko und durfte mich am Ende des Trainings mit der Pole-Position belohnen! Knappe 0,044 Sekunden Vorsprung vor dem zweit platzierten.

 

Rennen 1 am Samstag vor unzähligen Zuschauern auf den Rängen:

Ich startete perfekt in das Rennen und übernahm die Führung. Zusammen mit meinem Teamkollegen im Schlepptau, setzte ich mich sofort vom Rest des Feldes ab. In Runde 5 fiel ich auf Platz 2 zurück und ich unternahm alles, um keine Lücke aufreißen zu lassen. Ein paar Runden später fiel mein Teamkollege vor mir aus und ich übernahm erneut die Führung. Mit über 13 Sekunden Vorsprung konnte ich meinen zweiten IDM Superbike Sieg in dieser Saison einfahren und war unglaublich happy!

 

Rennen 2 mit Reverse Grid von Startplatz 9:

Ich startete perfekt und machte beim anbremsen auf die erste Kurve, von Startplatz 9 aus, schon viele Positionen gut. Nachdem ich im laufe der ersten Runde noch 2 weitere Gegner überholte, machte ich die Sensation perfekt! Ich kam als führender aus der ersten Runde wieder und machte somit 8 Positionen in einer Runde gut. Nach 5 gefahrenen Führungsrunden, entfachte ein erneuter Zweikampf gegen meinen starken Teamkollegen. Wir wechselten oft die Positionen, leider mit dem besseren Ende für ihn. Platz 2 im zweiten Rennen und weitere wichtige Punkte für das Gesamtklassement. Es war der Wahnsinn, vor so einer Riesen Kulisse und so vielen Fans zu fahren!

 

Gleich diese Woche geht es weiter zum Saisonhighlight auf dem Schleizer Dreieck. Ich freue mich sehr auf mein Heimrennen und darf sogar als Führender der Tabelle antreten! Ich kann es kaum erwarten vor den heimischen Motorradfans Rennen zu fahren.

 

Bis dahin

 

Julian #19


Den Sieg in Zolder knapp verpasst

Zolder ist für mein Team alpha Racing - Van Zon - BMW das wichtigste Event im Jahr. Nur wenige Kilometer von der Rennstrecke entfernt, liegt der Hauptsitz von Teamchef Werner Daemen. Viele Gäste waren am vergangenem Wochenende eingeladen und schauten bei uns in der Box vorbei. Bei bestem Wetter ging es am Freitag, für drei freie Trainings auf die Strecke. Die belgische Stop and Go Strecke ist mit dem Schleizer Dreieck zusammen meine Lieblingsstrecke im IDM Kalender. Ich kam sehr schnell in Schwung und konnte schon frühzeitig schnelle Rundenzeiten fahren. Sogar die Abstimmungsarbeit ging schnell von der Hand und schon am Freitag Nachmittag, waren wir mit unserem Testplan durch. Resultat am Ende des ersten Tages: in allen Trainings-Sessions auf Platz 1! Ein bomben Start in das Rennwochenende.

 

Am Samstag stieg das Thermometer schon etwas mehr in die Höhe. Ein Qualifying am Vormittag und eins am Nachmittag standen auf dem Programm. Zusammen mit meiner Crew entschied ich mich, im ersten Zeittraining zu attackieren und im zweiten auf Renn-Performance zu bauen. Gleich zu beginn des Trainings, gab ich den Ton an. Nachdem wir bei einem Boxenstop einen neuen Hinterreifen einbauten, ging ich nochmal auf Zeitenjagt. Ich konnte meine Bestzeit um weitere 0,4 Sekunden nach unten drücken. Provisorische Pole-Position, war das Resümee aus QP 1. Im zweiten Quali testeten wir noch ein paar Renneinstellungen, die sich aber leider als negativ erwiesen. Ich konnte meine Bestzeit nicht noch einmal toppen und verlor zum zweiten mal in diesem Jahr, die Pole Position an meinen Teamkollegen. Platz 2 in der Startaufstellung mit gerade mal 0,02 Sekunden Rückstand.

 

Nach einem super Warm-up welches ich wieder auf Platz 1 beenden konnte, ging es zum ersten Lauf des Tages. Die Temperaturen stiegen bis auf 30 Grad an und es war klar, dass das Rennen eine Herausforderung für Fahrer und Maschine werden würde. Der erste Start in das Rennen war granatenmäßig. Nach 2 gefahrenen Runden hatte ich einen Vorsprung von 0,5 Sekunden heraus gefahren. Auf Grund von zwei Stürzen wurde das Rennen aber leider mit der roten Flagge unterbrochen. Der Restart gelang mir nicht ganz so gut. Aus der ersten Kurve kam ich auf Platz 4 liegend heraus. Gleich in den nächsten beiden Kurven kämpfte ich mich auf Platz 2 nach vorn und hängte mich an das Hinterrad meines Teamkollegen Ilya Mikhalchik. Schon nach 4 gefahrenen Runden, hatten wir uns vom Rest des Feldes abgesetzt. Zur Rennhälfte setzte ich zum Überholmanöver an und ging in Führung. Die letzten Runden entfachte erneut ein Zweikampf zwischen uns beiden. Leider mit besseren Ende für ihn. Knapp geschlagen aber trotzdem zufrieden kletterte ich auf das Podest.

 

Im zweiten Lauf wollte ich einen erneuten Angriff auf den Sieg starten. Leider wurden aber ab 14 Uhr alle weiteren Rennen abgesagt. Eine Riesen Ölspur die über die gesamte Strecke verteilt war, machte einen weiteren Rennverlauf unmöglich. Trotzdem konnte ich wieder einen Schritt in die richtige Richtung machen. Unsere Arbeit zahlt sich immer mehr aus und genau so werden wir weiter machen. Ich freue mich schon auf das Rennen am Nürburgring in 4 Wochen! Vielen Dank an mein Team und an alle Gäste, für die super Unterstützung vor Ort.

 

Bis bald

Julian #19


Schwieriges Rennen nach Pole-Position in Oschersleben

Die zweite Station der IDM führte uns in die Motorsportarena Oschersleben. Zusammen mit der German Speedweek ging es zum dritten und vierten Rennen der Saison 2019. Da das FIM Endurance 8h Rennen am Sonntag stattfand, wurde der komplette IDM Zeitplan im Gegensatz zu allen anderen Läufen, um einen Tag nach vorn verschoben. Somit ging es schon am Donnerstag in die freien Trainings. Das Wochenende hätte für mich nicht besser starten können. Ich kam sehr schnell in einen guten Rhythmus und konnte schnell meine Rundenzeiten nach unten schrauben. Nach ein paar kleinen Anpassungen an der BMW S1000 RR, konnte ich den ersten Tag auf Position 1 abschließen. 

 

Gut gerüstet ging es in die beiden Qualifying Sitzungen. Im ersten Zeittraining war die Strecke noch nicht vollständig abgetrocknet. Trotzdem kam ich erstaunlich gut mit den Bedingungen zurecht und stellte mein Motorrad auf die vorläufige Pole-Position. Der Wetterbericht meldete bessere Verhältnisse für das zweite Quali und somit sparten wir uns einen neuen Reifensatz auf. Von Beginn an gab ich den Ton an und fuhr auf neuen Reifen mit einer Rundenzeit von 1:25.5, die einzige Zeit unter 1:26 an diesem Wochenende, unter allen Fahrern. Mit über 0,7 Sekunden Vorsprung führte ich das Feld an. Leider stürzte ich bei einem Versuch nachzulegen über das Vorderrad bei sehr hoher Geschwindigkeit. Das Motorrad flog über die Absperrung und wurde stark mitgenommen.

 

Mein Team hatte eine Menge Arbeit vor sich. An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals bei meiner Crew, die mir über Nacht eine neue S 1000 RR aufbauten!  Das neue Bike wollten wir am Samstag vor den beiden Rennen im Warm-up ausprobieren. Doch auch da machte uns das Pech einen Strich durch die Rechnung. Ein technischer Defekt zwang uns dazu, in der Boxengasse zu bleiben.

 

Ohne vorher einen Funktionstest gefahren zu sein, mussten wir also das erste Rennen antreten. Von Startplatz 1 aus, gelang mir ein nahezu perfekter Start. Ich setzte mich in Führung, aber spürte sofort, dass ich keine engen Linien fahren kann und die Rundenzeiten nicht so waren, wie ich mir das erhofft habe. 11 Runden lang führte ich das Feld an, bis ich eingeholt wurde. Ziemlich machtlos musste ich 2 Gegner passieren lassen und fuhr auf Platz 3 ins Ziel. Wenigstens hatten wir dann alle Daten, welche wir für das zweite Rennen benötigten, um das Motorrad richtig abzustimmen.

 

Das zweite Rennen musste ich aufgrund der neuen Reverse-Grid Regel von Position 7 starten. In meinen Augen ist die Regel völlig unsportlich und hat nichts mit fairen Wettkampf zutun, aber wir müssen es so hin nehmen. Mein Start klappte nicht so gut wie in Lauf eins und ich fiel zwischenzeitlich bis auf Platz 9 zurück. Oschersleben bietet nur wenige Überholmanöver und ich tat mich erneut schwer, mich nach vorn zu arbeiten. Auf Platz 4 angekommen, war der Zug leider schon abgefahren. Ich konnte die große Lücke zu Platz 3 noch schließen, aber dann ging mir die Zeit aus. Platz 3 und 4 in den Rennen war alles andere als das, was ich mir vorgenommen habe. Wir wissen aber, was wir können und mit Zolder kommt nun eine Rennstrecke, die mir sehr liegt. Vielen Dank an mein Team alpha Racing- Van Zon - BWM für den super Job!

 

Bis bald

Julian #19


IDM Superbike Debüt-Sieg und Tabellenführung beim Auftakt-Event

auf dem Lausitzring

Was lang wärt wird endlich gut! Sehr spät startete die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft am vergangenen Wochenende in die Saison! Endlich ging es los und gerade dieses mal fieberten wir mit besonders viel Spannung dem ersten Event entgegen. Wo wird unsere neue BMW S 1000 RR im Vergleich zur Konkurrenz stehen?

 

Am Freitag hatten wir 3x 30 Minuten freies Training zur Verfügung, um das Motorrad für die anstehenden Qualifyings und 2 Rennen vorzubereiten. Ich konnte mich Runde für Runde steigern und baute sehr schnell ein gutes Gefühl zum Bike auf! Am Ende der drei Trainings stand uns die pure Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Platz 1 mit einem Vorsprung von über 0,3 Sekunden auf meine Verfolger! Das war doch mal ein Einstand nach Maß für mich und meinem Team alpha Racing - Van Zon - BMW.

 

Am Samstag wurde in zwei Zeittrainings die Startaufstellung für das erste Rennen am Sonntag heraus gefahren. Nach dem perfekten Freitag, ging ich mit einem wahnsinnig guten Gefühl in das erste Quali. Auf einem weichen Reifen gelang mir in 1:38.7 eine grandiose Zeit die mich ganze 0,5 Sekunden von meinen Verfolgern absetzte! Ich war mir aber sicher, dass da noch mehr geht. Für das Zeittraining Nummer 2 nahmen wir ein paar kleine Änderungen vor und nachdem ich mich mit gebrauchten Reifen einfuhr, wechselten wir erneut auf einen weichen Satz, für eine letzte Attacke. Diese endete leider im Kies. Gleich auf meiner ersten fliegenden Runde auf neuen Reifen, stürzte ich über das Vorderrad. Am Ende wurde mir die Pole-Position um 0,01 Sekunden vor der Nase weg geschnappt. Schade, denn ich war mir sicher, nochmal nachlegen zu können.

 

Rennen 1: Ich startete erstmals diese Saison sehr gut und übernahm die Führung in den ersten beiden Runden. Kurz darauf wurde das Rennen wegen Öl auf der Strecke abgebrochen. Beim Restart kam ich nicht ganz so gut vom Fleck. Ich heftete mich an das Hinterrad meines Teamkollegen, der das Rennen anführte. In Runde zwei verschaltete ich mich am Ende der Gegengeraden und musste weit gehen. In dem Moment verlor ich den Anschluss an den Führenden. Somit fuhr ich das auf 9 Runden verkürzte Rennen, auf Platz 2 ins Ziel und konnte somit die erste Podestplatzierung im ersten IDM Superbike Lauf der Saison 2019 einfahren.

 

Rennen 2: Erstmals kam das neue "Reverse Grid" zum tragen. Die ersten 3 aus dem ersten Lauf müssen von der 3. Startreihe ins Rennen gehen. Somit hieß es für mich, von Startplatz 8 aus nach vorn kämpfen. Mein Start verlief nicht schlecht, doch die ersten Runden erwiesen sich als reiner Kampf um die Positionen. Nur langsam konnte ich mich durch das Feld kämpfen. In Runde 10 kam ich auf Platz 2 an, als mein Teamkollege vor mir, wegen einem technischen Defekt am Motorrad ausschied. Somit übernahm ich die Führung und hielt mit 1:39er Zeiten die Pace hoch. Am Ende konnte ich mit über 6 Sekunden Vorsprung meinen ersten Sieg in der Königsklasse der IDM einfahren! Endlich hat sich die harte Arbeit ausgezahlt! Ich bin überglücklich, endlich einmal den Sprung auf das höchste Treppchen geschafft zu haben. Vielen Dank an mein Team und an alle Sponsoren und Supporter die das alles möglich gemacht haben! Mit 45 Zählern auf dem Konto reise ich als Tabellenführer zum nächsten Rennen nach Oschersleben. Mit solch einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Jetzt heißt es hart weiterarbeiten um beim nächsten Rennen genau da anzuknüpfen!

 

Bis dahin.

Julian #19


Pole-Rekord, schnellste Rennrunde und Pech

beim Langstreckenklassiker in LeMans

Die lange rennfreie Zeit war endlich vorbei, als es Anfang letzter Woche zu den legendären 24 Stunden von LeMans ging. Die Langstrecken Weltmeisterschaft auf dem Bugatti Circuit war der Start in eine neue Rennsaison. Ich war wahnsinnig motiviert und wollte endlich wissen, wie sehr sich die Arbeit über den Winter ausgezahlt hat. Am ersten Trainingstag machte uns das Wetter einen Strich durch den Testplan. Regen und kalte Bedingungen erlaubten uns nur wenige Runden. Mittwoch fand die große Fahrerpräsentation in der Innenstadt von Le Mans statt. Es ist immer wieder ein Wahnsinns Erlebnis, so viele Motorsport begeisterte Fans zu treffen.

 

In den darauffolgenden beiden Tagen ging es um die Startaufstellung. Jährlich nehmen über 60 Teams, gemixt aus Superbike und Superstock Piloten, am 24 Stunden Rennen teil. Das macht es im Qualifying unheimlich schwierig, eine freie und saubere Runde zu erwischen. Im Zeittraining am Donnerstag machte mir genau das zu schaffen. Platz 3 in der Superstock Klasse mit einer Rundenzeit von 1.38.3! Ich wusste aber genau, dass da noch sehr viel Potential nach oben ist. Am Freitag gelang mir im 2. Zeittraining eine unglaubliche Runde von 1.36.5! In der Geschichte des 24h Rennens von LeMans, was seine 43. Auflage feiert, die schnellste Runde die jemals ein Superstock Pilot auf dem Circuit gedreht hat! Mit Vorsprung auf Platz 1 in der Stock Wertung und Platz 2 in der Gesamtwertung der 60 teilnehmenden Teams. Ich konnte es selbst nicht fassen. Namen wie Brock Parks, Josh Hook und viele mehr auf echten Werksmotorrädern hinter uns mit unserer GERT56 Stock-Maschine. Nachdem meine Teamkollegen Lucy Glöckner und der Niederländer Pepijn Bijsterbosch auch super Rundenzeiten abspulten stand es fest: Pole-Position für die legendären 24 Stunden von LeMans!

 

Samstag 14 Uhr fuhr ich in die Startaufstellung. Eine Stunde lang gab es eine atemberaubende Start-Zeremonie. Wenn knapp 100.000 Zuschauer die Französische Nationalhymne singen, zeigt sich einmal mehr, was für ein großartiger Sport das ist. 15 Uhr fiel der Startschuss mit LeMans-Start. Ich kam gut vom Fleck und konnte sofort gute Rundenzeiten fahren. Am Ende meines ersten Stints übernahm ich die Führung in der Stockklasse und übergab die GERT56 BMW an meine Teamkollegen. In meinem zweiten Run waren die Bedingungen schon etwas kühler und ich fuhr die schnellste Rennrunde welche bis zum Schluss des Rennens nicht mehr unterboten wurde. Es lief alles bestens, bis ein Konkurrent meine Teamkollegin Lucy vom Motorrad fuhr. Mein Team baute das Motorrad in Akkordzeit wieder auf und wir nahmen das Rennen wieder auf. Platz für Platz machten wir wieder gut, bis uns ein neues Problem nach 10 Stunden zur Aufgabe zwang. Ein Defekt in der Elektronik legte das komplette Motorrad lahm und trotz unheimlicher Bemühungen aller Mechaniker konnten wir den Fehler nicht beheben. Wir waren alle am Boden zerstört, denn wir waren das schnellste Stockteam auf der Strecke und unsere harte Arbeit wurde nicht belohnt.

 

Unglaublich Schade aber that´s racing. Ein 24 Stunden Rennen hält einige Tücken bereit und diesmal waren wir die Betroffenen. Trotzdem haben wir allen unseren Speed gezeigt und der ganzen Welt bewiesen, zu was ein Stockbike in der Lage sein kann. Kopf hoch ist jetzt angesagt und der Fokus liegt bereits auf dem nächsten Event! Vielen Dank an mein Team GERT56 und allen, die das Wochenende so unvergesslich gemacht haben! 

 

Jetzt stehen erstmal einige Testtage mit meinem IDM Team auf dem Plan bevor es Mitte Mai am Lausitzring zum ersten IDM Event des Jahres an den Lausitzring geht!

Bis dahin

 

Julian #19


Die neue BMW S1000RR hat Potential ohne Ende

Für meinen ersten Test mit dem neusten Modell der S1000RR ging es auf den Andalusia Circuit in der Nähe von Almeria. Ich war mir im klaren, dass es keine leichte Aufgabe ist und der Test eine Herausforderung sein wird. Alles ist neu und keine Schraube ähnelt dem Vorgängermodell. Am ersten Tag lag die ganze Konzentration darauf, den Motor der K67 einzufahren. 500 Kilometer mussten auf den Tacho gespult werden bevor wir uns überhaupt an die Arbeit machen konnten. 

 

Als ich endlich Gas geben konnte, nutzte ich jede einzelne Runde um mich an das Motorrad zu gewöhnen. Ich fand Runde für Runde zu einem besseren Rhythmus. Es gab unzählig viele Einstellungen und Raceparts zu testen die von verschiedenen Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Nachdem wir unseren Testplan endlich abgearbeitet haben und das eine oder andere Problem aussortiert hatten, stand der fünfte und letzte Testtag ganz im Zeichen der Basis-Abstimmung.

 

Das wohl größte Problem lag in der Standzeit unserer Reifen. Oftmals begannen diese schon nach wenigen Runden an Grip zu verlieren. In der letzten Session baute mir mein Crewchief ein Federbein zusammen mit dem wir zum einen mehr Grip erzeugten und diesen auch um einiges länger nutzen konnten. Schon nach diesem ersten Roll-Out waren wir schneller als im Vorjahr mit dem alten Modell. Trotzdem benötigen wir noch einige Tage auf dem Bike um 100% Konkurrenzfähig zu sein. Ich bin sehr positiv überrascht und bin mir sehr sicher, dass wir zum ersten Rennen gut dabei sein werden. Die ersten Anzeichen stehen gut!

 

Vielen Dank an mein Team alpha Racing - Van Zon - BMW für den super Job in dieser Woche.

Jetzt geht es erstmal nach hause um alle neuen Eindrücke zu verarbeiten und dann wieder Vollgas anzugreifen bei nächsten Training.

 

Bis bald

Julian #19